Bericht von Michael Östringer
Am letzten Wochenende im Januar stand der Crosslauf im Rahmen des Rhoihessecross Cyclocross-Events auf dem Plan. Nach dem 3. Platz 2025 war eine Teilnahme selbstverständlich obligatorisch für mich.
Allerdings waren die Vorzeichen ausgesprochen schlecht, da mich eine Verletzung Anfang Januar zu einer fast dreiwöchigen Trainingspause zwang. Sprich, ich wusste vor Antritt nicht, ob ich überhaupt in der Lage wäre, die rund 4km durch die Zellertaler Weinberge und über das Sportgelände des BSC Wachenheim vollständig zu bewältigen.
Die Streckengestaltung war ähnlich wie 2025. Lediglich kleinere Änderungen im Anlauf zum Sportplatz, dem technischen Teil, bei der Kursführung auf dem Sportgelände selbst sowie der nicht so schlammige Untergrund schlugen zu Buche.
Die Kurzdistanz bestand wieder wie 2025 aus einer verkürzten Einführungsrunde und zwei vollen Crossrunden.
Für mich war klar, dass ich erst einmal nur auf Ankommen laufen konnte und sehen wollte wie es sich entwickelt. Vom Start weg setzte sich der spätere Sieger Fabian vom ALV Mainz vom Rest des Feldes langsam aber stetig ab. Dahinter entwickelte sich ein zwischenzeitlich abwechslungsreiches Rennen um die Plätze 2-6.
Beim Einbiegen von der Startgeraden in die Einführungsrunde durch die Weinberge hatte ich Platz 2 eingenommen, direkt gefolgt von Volker (TuS Steinbach), Dominik (VT Rockenhausen), Martin (ohne Vereinsangabe) und Eduardo (MTG Mannheim).
Bereits im folgenden Anlauf auf den Wendepunkt, der uns zum Sportgelände hin führte, musste ich erkennen, dass mein Tempo zu hoch war und in Konsequenz Volker passieren lassen. Wir folgten dem Streckenverlauf hinunter zu den ersten technischen Passagen und Hindernissen und wieder hinauf ins Sportgelände. Am Ende der Einführungsrunde gingen wir in unveränderter Reihenfolge und in Abständen von weniger als jeweils einer Sekunde in die erste volle Crossrunde. Bereits auf den ersten verschlungenen Metern auf dem Sportgelände musst ich Volker endgültig ziehen lassen und aus dem Gelände hinaus in den ersten Anstieg hatte er den Vorsprung ausgebaut. Es folgte der erste Anstieg über ca. 200m durch die Weinberge über Gras und Schotter und jetzt war klar, dass ich mein bisheriges Tempo nicht würde halten können. Oben angekommen führte die Strecke über eine knapp 120m lange flache Traverse hin zum nächsten kurzen Anstieg hinauf zum höchsten Punkt der Strecke. Nach weiteren flachen 50 Metern begann die lange Passage hinab, zuerst rund 150m über hartes, teils gefrorenes Gras, dann für rund 200m annähernd flach zum Wendepunkt und zum Sportgelände. Direkt zu Beginn des Abstiegs musste ich folglich Dominik und kurz darauf Martin passieren lassen. Im weiteren Verlauf der Runde, insbesondere im technischen Teil und über den Sportplatz, konnten sich Dominik und Martin von mir absetzen und zu Beginn der letzten Runde waren die Abstände auf ca. 6 bzw. 4 Sekunden angewachsen. Immerhin hielt sich mein Vorsprung auf Eduardo ebenfalls bei ca. 5 Sekunden.
Im ersten Anstieg der letzten Runde hatte ich das Rennen gedanklich schon so gut wie beendet. Die Verletzung war zwar überwunden, die Kondition jedoch mies. Allerdings schien meine Taktik mir jetzt zum Vorteil zu gereichen.
Vor mir konnte ich beobachten, wie Dominik mit dem Anstieg zu kämpfen hatte und ich wieder sukzessive näher kam. Auch über die Traverse und am zweiten Anstieg konnte ich den Abstand zu Dominik verkürzen. Martin hatte ich aus den Augen verloren, da dieser sich zwischenzeitlich bergauf von Dominik hatte absetzen können. Am Ende des zweiten Anstiegs konnte ich wieder den 4. Platz von Dominik übernehmen und beim Einbiegen in den Abstieg hatte ich Martin unerwarteter Weise in Sichtweite, allerdings mit ca. 15-20 Sekunden Vorsprung.
Jetzt war mein Ehrgeiz wieder erwacht und ich entschied zu versuchen mir Platz 3 doch noch zu erlaufen. Ich erhöhte das Tempo bergab und als ich auf die Passage zum Wendepunkt hin einbog, hatte sich Martins Vorsprung deutlich reduziert. Weiter Richtung technischer Teil folgte noch eine kurze Schleife im Stadion und hier konnte ich sehen, dass der Vorsprung weiter geschmolzen war.
Ich bog in den technischen Teil hinein und nachdem ich das erste Hindernis überwunden hatte, konnte ich sehen, wie Martin gerade das zweite Hindernis und den letzten Anstieg hinein ins Sportgelände in Angriff nahm. Es waren weniger als fünf Sekunden Rückstand. Leider waren es auch nur noch weniger als 200m bis in Ziel und als ich auf das Sportgelände lief musste ich zugestehen, dass Martin wohl ebenfalls taktisch gelaufen und jetzt in der Lage war meinen Versuch abzuwehren. Die letzten 100m joggte ich nur noch ins Ziel, so dass Eduardo, der sich permanent etwa 7-8 Sekunden hinter mir gehalten hatte, mich noch auf den 5. Platz verwies. Kurz darauf komplettierte Dominik die ersten Sechs.
Letztendlich war ich erleichtert darüber, die Verletzung überwunden zu haben und trotz der Umstände nur sieben Sekunden langsamer als 2025 gewesen zu sein.
Allerdings schwingt auch ein Beigeschmack mit in dem Bewusstsein, dass ich unter normalen Umständen den 3. Platz sicher verteidigen und mich vermutlich mit Volker um den 2. Platz hätte duellieren können.
Hervorheben will ich wieder die angenehme Atmosphäre, die tolle Organisation und den leckeren Cheeseburger aus lokaler Zucht, der den Tag für mich abrundete.
Weitere Infos und Bilder unter: https://www.mrsv.de/rhoihessecross-2026
Ein Video von der Strecke gibt es auf dem Youtube-Kanal von Cyclocross-Fahrer Matthias Z. unter: https://www.youtube.com/watch?v=7e6uQKCki58
Die Laufstrecke ist annähernd identisch mit der Cyclocross-Strecke. Änderungen:
- Läufer wenden auch in der Einführungsrunde bei 1:17.
- Läufer skippen den technischen Teil von 4:58 bis 5:39